Jedes Volk auf dieser Erde weiß, dass unsere Welt irgendwann entstanden sein muss. Doch wie das passiert ist, sieht jedes Volk ein bisschen anders. In diesem Beitrag habe ich für euch eine Auswahl an Schöpfungsmythen gesammelt, die ich interessant und inspirierend finde.

Zu jedem einzelnen Mythos gibt es unterschiedliche Quellen, die unterschiedliche Dinge sagen, und ich musste mich für diesen Blogbeitrag für eine Version entscheiden – falls euch also ein Mythos anders vorkommt, als ihr ihn in Erinnerung habt, wisst ihr jetzt warum. Aber Hauptsache, ihr werdet inspiriert ^.^

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Finnland

Am Anfang existierten nur der Himmel und ein endloses Meer. Durch dieses Meer trieb Luonnatar, ein jungfräulicher weiblicher Geist der Lüfte. Sie war einsam und als sie dieses Gefühl nach 700 Jahren in Worte fasste, entstand aus dem Klang ihrer Stimme ein weißer Vogel, der zwei Eier auf Luonnatars Knie ablegte.
Doch sie konnte diese Eier nicht festhalten und so wurden sie kurz darauf ins Meer gespült. Dort brachen sie plötzlich auf. Die unteren Hälften der Schalen wurden zur Erde, die oberen beiden Hälften zum Himmel. Aus dem Dotter wurde die Sonne, aus dem Eiweiß wurden Mond, Sterne und Wolken.
Auf dem so erschaffenen Land begann Luonnatar unsere heutige Welt zu formen, während der weiße Vogel, der ihr die Eier gebracht hat, ein Schöpfungslied sang.

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Japan

Am Anfang gab es nur den Himmel und das Meer. Alles lag ohne jegliche Bewegung da.
Dann schuf der Hohe Herrscher des Himmels Izanagi und Izanami als männlichen und weiblichen Gott. Sie besaßen einen diamantbesetzten Speer, mit dem sie Land entstehen lassen konnten.
Die beiden Götter stellten sich auf die Brücke des Himmels, steckten den Speer ins Wasser und bewegten ihn. Als sich das Meer drehte, zogen sie den Speer hinaus, von dem sieben Wassertropfen fielen, die zu den Inseln Japans wurden.
Um die Welt zu vervollständigen, zeugten die Götter ihre Kinder Sonne, Mond, Berge, Sturm und Feuer. Die Kinder spielten und aus diesem Spiel entstand eine fruchtbare Welt.

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Polynesien

Am Anfang existierte nur der Gott Taaora, der das gesamte Universum ausfüllte. Er war jedoch von Einsamkeit geplagt, weswegen der Gott sich selbst rief und aus dem zurückkommenden Echo ein Lied formte.
Anfangs war das Lied leise und so entstanden der Wind und das Meer. Dann wurden die Töne zu Fischen, die fortan im Wasser hausten.
Nun veränderte Taaora sein Lied, weil er Land erschaffen wollte. Er sang zum Beispiel weiße Sandstrände, Steine in den Sand und Berge über die Steine.
Danach sang er lauter und erschuf damit Himmel, Sonne, Mond und Sterne. Der Sand der Strände presste sich zusammen und fruchtbare Insel entstanden, auf denen durch das Lied Samen gesät wurden. Mithilfe des Regens entstanden so alle Pflanzen auf unserem Planeten.
Nun wollte Taaora die Erde mit weiterem Leben füllen und sang Vögel, Tiere und Insekten herbei. Als er sah, dass sein so gut wie Werk vollendet war, sang er die Menschen aus sich selbst heraus und sich selbst in sie hinein. So sind die Menschen heute von Licht und dem Lied der Welt erfüllt.

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Welche Gedanken sind euch beim Lesen der kleinen Geschichten durch den Kopf geschossen? Was für Schöpfungsmythen kennt ihr?
Ich freue mich über eure Ideen in den Kommentaren 🙂